Die Arbeit des Immobiliengutachters

Die Tätigkeit des Sachverständigen für Immobilienbewertung besteht hauptsächlich darin, Marktdaten zu recherchieren und zu sammeln, diese sachverständig mit geeigneten Wertermittlungsverfahren zu analysieren und letztlich den Verkehrswert (Marktwert) daraus zu simulieren.

Die Recherche nach geeigneten Marktdaten findet vorwiegend dadurch statt, dass Kauffälle der nahen Vergangenheit, in dem gleichen Teilmarkt und der entsprechenden Region ausgewertet werden. Hier gewichtet der Immobiliengutachter die unterschiedlichen Merkmale einer Immobilie, wie Lage, Ausstattung, Alter und sonst. Qualitätsunterschiede, um diese Immobilien vergleichbar zu machen. Verglichen werden in Praxis Liegenschaftszinssätze (Ertragsobjekte), Wohnflächenpreise (Eigentumswohnungen), Boden-Quadratmeterpreise (Bodenwert) und Verhältnisse zwischen Sachwerten und Kauffällen (Marktanpassung beim Sachwertverfahren).

Sind diese Daten entsprechend ausgewertet und berechnet, schreibt der Immobiliensachverständige sein Gutachten. Hierbei wird in der Regel die Makrolage und Mikrolage, also die genaue Standortbestimmung des Bewertungsobjektes im jeweiligen Immobilienmarkt reflektiert und mittels einer Baubeschreibung die Substanz des Objektes beschrieben. Die normierten Bewertungsverfahren werden ausführlich erläutert und die Wahl des hier anzuwendenden Verfahrens herausgearbeitet.

Ein versierter Immobilienbewerter schreibt sein Gutachten für einen Laien. Es muss also für diesen lesbar und nahvollziehbar sein. Der Immobiliensachverständige wählt deshalb eine allgemein verständliche Sprache und vermeidet Fachchinesisch und unnötige Beweise seiner Bildung durch übermäßigen Einsatz von Fremdworten. Dennoch setzt die Nachvollziehbarkeit eine gewisse Ausführlichkeit voraus, die mitunter als anstrengend empfunden wird.

Matthias Kirchner
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